Sonntag, 19. Juni 2016

Zum ersten Mal Nyköping

Es gibt nicht so viele Ziele hier in der Region, die wir noch nie angelaufen sind. Ab jetzt zählt Nyköping auch nicht mehr dazu. Der Ort liegt etwas abseits der normalen Route, bot sich jetzt aber an, denn hier gibt es einem Flughafen (Ableger von Stockholm) mit einer Direktverbindung nach Bremen. Und die werden Brigitte und Reinhardt übermorgen nutzen, um ihren wohlverdienten Heimaturlaub anzutreten.
Da wir dieses Ziel im Einklang mit den Wetterbedingungen schon einige Zeit im Auge hatten, war es heute auch nur ein kleiner Sprung von gerade mal 10 Seemeilen hierher. Die Nacht war von heftigem Regen dominiert, aber dafür haben wir ja die Kuchenbude. Dort hatte Teddy inzwischen seinen Lieblingsplatz weiter ausgebaut.


Von der Fahrt gibt es wenig zu berichten, die kurze Entfernung und der überwiegend achterliche Wind haben uns veranlasst, auf das Großsegel zu verzichten. So ging es ganz gemütlich voran. Dicht vorbei an einer dieser typischen Kormoraninseln,


auf der hunderte von diesen Vögeln leben. Sie ist weiß vom Kot der Vögel gefärbt und die Vegetation ist weitgehend abgestorben. 


Wir liegen hier im Gästehafen direkt neben einem riesigen Schwimmbad,


in dem aber keiner schwimmt, obwohl die Sonne sich heute Nachmittag schon wieder mal zeigt. Mehr vom Ort haben wir noch nicht gesehen, ob wir morgen dazu Zeit finden, muss sich zeigen. Erst einmal ist Packen, Aufräumen und Saubermachen angesagt. 
Bis dann.



Samstag, 18. Juni 2016

Hafentag

Der Regen ist da, manchmal so heftig, dass man nicht mal den Hund rausschicken möchte. Der hat es sich deshalb in der Kuchenbude auf dem besten Platz bequem gemacht.


So liegen wir nun mit einigen anderen hier im Hafen


und nutzen die Regenpausen zum Duschen


Sind die nicht schön?

und für eine kleine Wäsche zwischendurch in der wunderbar sauberen Waschküche.


Und was Brigitte besonders begeisterte darin war dieser Trockenschrank.


Wer Brigitte kennt, der weis, was sich jetzt in ihrem Kopf abspielt.
Alle anderen denken an Morgen, da geht es weiter.
Bis dann!


Freitag, 17. Juni 2016

Mal wieder gesegelt, nach Oxelösund

Unseren Stammlesern mit gutem Gedächtnis, d.h. allen unseren Stammlesern, wird diese Überschrift bekannt vorkommen. Und recht haben sie, denn genau diese Überschrift hatten wir bereits am 4. August 2015 verwendet. Sie passte genau für den heutigen Tag und im Fernsehen wird ja auch immer alles wiederholt.
Nach dem gestrigen Regentag, an dem nur ein einziges Mal die Sonne aufging, als nämlich Brigitte uns dieses Essen servierte:


war das Wetter heute wie ausgewechselt. Morgens blauer, wolkenloser Himmel, der Wind seit ewigen Zeiten mal aus südlichen Richtungen, da mussten die Segel einfach hochgezogen werden.


Und so ging es mit wechselhaftem Wind und entsprechend schwankenden Geschwindigkeiten durch diesen schönen Schärengarten


in nordöstlicher Richtung nach Oxelösund, in dem wir anscheinend willkommen sind:


Die Stadt zeigt sich von seiner schönen Seite,


auch wenn der Himmel inzwischen überwiegend von Wolken bedeckt ist. Der große ICA-Markt lädt uns zum Einkauf ein, wir gönnen uns ein Eis und lassen Teddy teilhaben.


Der war übrigens die letzten 2 Tage nicht so ganz gut drauf, heute geht es im wieder bestens, auch schon vor dem Eis.
Inzwischen ist wieder Routine as usual eingekehrt, Brigitte zaubert in der Pantry, ich schreibe den blog und Peter versucht den Wetterberichten das Beste zu entlocken, aber – schaut selbst:


Vorsorglich und fürsorglich – wie es so seine Art ist - baut er schon mal die "Kuchenbude" auf.
Man nennt das auch nonverbale Kommunikation, ich habe daraufhin dann auch gleich für 2 Übernachtungen eingecheckt. Also können wir morgen ausschlafen, entsprechend später wird es auch mit dem blog.
Bis dann!


Donnerstag, 16. Juni 2016

Regentag = Ruhetag

Von heute gibt es nicht viel zu berichten. Anders als vorhergesagt war der Tag heute durchgehend von Dauerregen geprägt. Da wir Zeit haben und diese schöne Schärenlandschaft viel lieber bei schönem Wetter durchqueren, als dass einer im Regen am Ruder stehen muss, haben wir uns für einen Ruhetag hier im Hafen von Arkösund entschieden.


Allerdings bedingt. Brigitte hat die Chance genutzt, dass 4 Waschmaschinen und 3 Trockner kostenlos zur Verfügung stehen und frei waren, ich habe Teile unseres blogs schon mal in unser jährliches Törntagebuch übertragen, Peter hat den deutschen Seglern vom Nachbarsteg, die zum ersten Mal in diesem Revier unterwegs sind, etliche Tipps gegeben, wo schöne Ecken zu finden sind. Und sonst haben wir einfach mal unsere Seelen baumeln lassen. So klingt der Tag aus, immer noch bei Regen. Morgen ist ein neuer Tag, mal sehen, was der bringt.
Bis dann!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Die Björnö darf wieder Segelboot sein, die geliebte Ostsee hat uns wieder


Der morgendliche Gassi-Gang sollte gleich mit für den Einkauf herhalten. Aber hier in Söderschöping tut sich vor 9h00 gar nichts. Also musste Teddy heute Morgen 2 Mal auf Stecke. Gegen 10h00 wird es lebhaft hinter uns, auf der Wilhelm Tham wird eingecheckt, der Käpt’n begrüßt jeden Gast persönlich auf dem roten Teppich.


Für uns ist es Zeit aufzubrechen, 3 Schleusen warten noch auf uns, die erste gleich hier in Söderschöping. Und wie immer gibt es eine kleine Geschichte dazu:


Man gerade einer dreiviertel Stunde später öffnen sich dann die Tore der letzten Schleuse in Mem für uns.


Das letzte Schleusenwärterhaus wird fotografiert,


und wir geben unser Ticket ab.


Hier in Mem, wo 1832 die große Einweihung des Göta Kanals erfolgte, endet unsere Göta –Kanal-Reise. Und so sehr wir uns auch mit einem lachenden Auge auf die Ostsee freuen, das andere, das sprichwörtlich weinende Auge, ist diesmal größer. Er war eine wirklich traumhafte Reise durch den 190km langen Kanal und über die Seen. Mit einer Ausnahme war alles perfekt durchorganisiert, das Wetter hätte nicht besser sein können, super-freundliches Personal, fröhlich winkende Menschen allenthalben und dank der 58 Schleusen haben wir nicht einmal unser Fitness-Studio vermisst. Nur als sich das letzte Paar Schleusentore geschlossen und wir das Ostsee-Niveau erreicht hatten, gibt es doch noch etwas zu bemängeln: Im unteren Bereich ist das Schleusentor immer noch undicht.


Das hätte man doch wohl in den letzten 49 Jahren mal reparieren können, oder?
Dann geht es hinaus auf die Ostsee,


deren Fjord Slätbaken bis nach Mem reicht.
Hej då! (schwedisch: auf Wiedersehen) Göta Kanal - es war ein wunderbarer Törn  - und darauf gönnen wir uns einen: skål.


An der engsten Stelle des Fjords liegt die Schlossruine Stegeborg,


einstmals eine der wichtigsten Festungen Schwedens und Königsresidenz. Die war übrigens damals auch schon Ruine.


Eigentlich wollten wir dort unseren Tagestörn beenden, aber die Wetterverhältnisse der nächsten Tage haben uns anders entscheiden lassen. So sind wir jetzt hier gelandet:


Und das war nicht die schlechteste Entscheidung. Hier gibt es vernünftiges Internet inklusive und die Stromanschlüsse sind mit 16 Ampere belastbar, nicht mit 6, wie im Kanal. Also kann die Induktionsplatte mal wieder richtig zum Einsatz kommen. Da macht Brigitte kurzerhand und mit Hammerhand


Rouladenfleisch aus dem Rinderbraten. Zwiebeln, Senf und Gürkchen hinein,


das ganze aufgerollt, mit schwedischer „Steksnöre“ umwickelt und ab in den Schmortopf, Stufe 12, wegen der Röstaromen. Morgen berichten wir, wie sie geschmeckt haben.

Bis dann!

Dienstag, 14. Juni 2016

Heute mal THAM THAM


Der kleine ICA-Markt in Norsholm ist keine 300 m von unserem Liegeplatz entfernt, Grund genug, den morgendlichen Hundegang mit einem kleinern Einkauf zu verbinden, das bringt dann nämlich frische Brötchen auf den Frühstückstisch. Der Weg zum ICA führt direkt an der Schleuse vorbei - was auch sonst bei den vielen Schleusen - und in der Schleuse, raumfüllend sozusagen, drängt sich die WILHELM THAM, eines von den drei Passagierschiffen, die den Göta Kanal in ganzer Länge befahren. 


Sie wird also heute vor uns fahren, mal sehen, ob das unser Vorankommen beeinflusst. Vor uns liegen 11 Schleusen, zuerst 3 Einzelschleusen bei Brådtom, Hulta und Klämman, dann die Doppelschleusen Obere und Untere Carlsborg, die Einzelschleusen Obere und Untere Mariehov sowie Obere und Untere Duvkullen. Dazu einige Brücken. Hat alles präzise und zügig geklappt, nur einmal mussten wir warten, weil die THAM erst einmal über 2 Doppelschleusen abwärts geschleust werden musste bis wir dann an der Reihe waren. Aber bei so netten und hübschen Schleusenwärterinnen ist selbst das Warten ein Vergnügen.


In einem Kanalabschnitt war der Wasserstand etwas niedrig, weil etliche Kühe wohl einen über den Durst getrunken hatten.


Wir sind aber nicht aufgelaufen und haben unser Tagesziel fast eine Stunde früher als kalkuliert erreicht:


Söderköping (gesprochen: Söderschöping) ist eine idyllische Kleinstadt mit langer Geschichte. Im Mittelalter war sie eine der wichtigsten Hafenstädte es Landes, heute ist Söderköping ein beliebtes Touristenziel. Es gibt prächtige Häuser im neueren Teil der Stadt, 


Wunderbare Plätze und Gelegenheiten zum Relaxen




und sehr alte und kleine Holzhäuschen in Drothemskvarteren, dem ältesten Teil der Stadt.


Unser Liegeplatz ist mitten in der Stadt, direkt neben dem für die Fahrgastschiffe reservierten Teil. Und genau an den legt heute Nachmittag die WILHELM THAM an, die schon wieder aus Mem, der letzten Station des Göta Kanals, zurück ist und hier ihre Fahrgäste entlässt, um morgen neue aufzunehmen. 


Bei uns wir keiner entlassen und es gibt auch keine neuen. Also geht es morgen mit der alten Crew weiter.
Bis dann!


















Montag, 13. Juni 2016

Erst Balsam für die Seele, dann 7 auf einen Streich


Es gibt sie manchmal, diese Tage an denen einfach alles bestens zusammenkommt. Den heutigen darf man gern dazu zählen. Pünktlicher Start um 9.00 Uhr, die Sonne strahlt schon am Himmel, die Schleuse Borensberg ist für uns geöffnet und 3 blonde Schwedenmädels begrüßen uns. 


Kann ein Tag besser starten? 
Auch diese Schleuse ist handbedient, da packt Brigitte schon gern mal mit an.


Direkt danach geht es vorbei am historischen Göta Hotel, schön anzusehen, da möchte man gern mal einkehren.


Die weitere Fahrt führt uns durch wunderschöne Landschaft, selbst Teddy findet gefallen daran und hat einen neuen Lieblingsplatz gefunden:


Diese Tour ist Balsam für die Seele findet Brigitte und recht hat sie. Auch die Radfahrer, die hier unterwegs sind, scheinen es zu genießen und mancher Rastplatz lädt dazu ein, die Füße ein wenig abzukühlen. 



Die meisten winken zu uns herüber, wir winken zurück, manchmal ruft man sich ein paar nette Worte zu. Ein fröhliches „Hallo“ schallt uns auch von Gästen auf der WASA LEJON herüber, an der wir, durch die Enge des Kanals bedingt, eng vorbeischrammen. 



Wir passieren etliche Brücken, auf deren Öffnung wir aber nie warten müssen. Es läuft einfach perfekt ab, bei der Annäherung signalisiert uns schon das rot-weiße Lichtzeichen: ihr seid erkannt, die Brücke wird geöffnet. Oft müssen wir nicht einmal unsere Geschwindigkeit von 5 Knoten reduzieren, wir können so durchflutschen. Einfach perfekt. An 2 Stellen, wie hier in Ljungsbro, verläuft der Kanal oberhalb der Straße.


Die Schweden nennen das Akvedukt. Gleich hinter Ljungsbro, ein netter Ort mit vielen schönen Häusern am Kanal – die vielen Foto können wir leider nicht alle zeigen, Brigitte hat allein heute 270 (!) gemacht – beginnen die Schleusen. 16 sind es heute, die wir abarbeiten müssen. Und wir bringen viel Wasser mit uns mit, so dass manches Schleusentor überläuft, was dann zu so einer tollen Aufnahmen führt.


Bei Berg beginnt dann der wohl schönste Abschnitt unserer Tour. 


Erst eine Doppelschleuse, danach noch eine Doppelschleuse (Oscar) und dann eine Treppe von 7 Schleusen (Carl Johan). 


Das ist die größte Attraktion vom Göta Kanal, so sagt unser Törnführer und der Blick zurück gibt ihm recht. 


Anstrengend, die vielen Schleusen? werdet Ihr fragen. Nein. Sicher hat man ein bisschen was zu tun in und mit all den Schleusen. Aber Peter beherrscht sein Schiff souverän, wir beide (BuR) dessen Tampen und außerdem, so hat Peter heute so wunderschön gesagt, machen wir das ja schon seit fast 50 Jahren. Schöner kann man unsere aktuelle Stimmung eigentlich nicht beschreiben. Eben: Balsam für die Seele und 7 auf einen Streich. Wir genießen es einfach, genauso wie die vielen Touristen, die diese Schleusentreppenattraktion besichtigen. Denke mal, dass die Björnö noch nie so viel an einem Tag fotografiert und gefilmt wurde wie hier und heute in den Schleusen.
Kanal fahren heißt auch Motorboot fahren. Und obwohl sonst immer so ein bisschen Spannung zwischen Seglern und Motorbootfahrern ist – Freunde hier mal ausgenommen – sind wir ja jetzt (notgedrungen) in der Liga der Motorbootfahrer angekommen. Das aber ganz entspannt:


Und da, wo wir heute mal hätten segeln können, auf dem Roxen, dem drittgrößten See Schwedens, hat uns der Wind leider verlassen. Ergo: immer noch Motorboot. Hat aber auch den Vorteil, dass man mal schnell den Motor ausstellen und Brigitte ihr Bad nehmen lassen kann.



Teddy wollte wieder mal den Rettungshund spielen, aber ein wenig scheint er sich auch daran zu gewöhnen, das diese Freu so gerne ins Wasser steigt. 
Normalerweisen hätten wir am Ende des Roxen vor der Eisenbahnbrücke in Norsholm 


unseren Übernachtungsplatz erwählt, aber eine der vielen netten Schleusen- und Brückenwärterinnen hat uns empfohlen in den inneren Hafen zu gehen. Für die sei an dieser Stelle überhaupt mal eine Lanze gebrochen. Es sind durchweg junge Leute zwischen 20 und 25 Jahren, die an den Schleusen und Brücken ihren Dienst machen. Fachkundig und immer super nett kommen sie in den Flutungszeiten schon mal für einen kurzen Plausch vorbei. Es gibt Tipps und Informationen zum weiteren Verlauf oder es ist einfach nur nett.
Im inneren Hafen von Norsholm gibt es eine Rarität. Ein Österreicher, der ein schwedischer Restaurant und Wandererheim betreut. Die Liebe zu dieser Schwedin 


hat ihn hierhin verschlagen. Kapten Bille heißt ihr Restaurant und wir haben natürlich einen Tisch für uns reservieren lassen.


Das Schärfste aber: Wienerbröd nennen sich auf schwedisch die Blätterteigteilchen mit Vanillecreme. 


Und hier gibt es tatsächlich Wienerbröd von einem Österreicher. Allerdings ist er kein Wiener, er kommt aus Kärnten, so hat er uns verraten, gerade mal 70 km von unserem Wintersportdomizil in Gleimingen entfernt. So klein kann manchmal die Welt sein. 
Wir haben den Abend genossen, man sieht es uns an.





Und wir, also eigentlich Brigitte, hatte Gefallen gefunden an den Biergläsern. Und wenn Brigitte mal Gefallen an etwas gefunden hat, dann gibt es kein zurück mehr. Zumindest nicht für Brigitte. Erinnert ihr Euch noch an den post vom ??? mit den Biergläsern? 
Das ist doch mal eine schöne Aufgabe für unsere Stammleser, das herauszufinden. Als Preis bietet sich eine Diashow in der Oberstrasse an, bei der wir die hochgerechnet 6349 Bilder, die Brigitte auf dieser Reise schießen wird, zeigen. Speisen und Getränke sind bitte mitzubringen, wir können ja nicht immer für Alles sorgen. Gläser braucht ihr aber nicht mitzubringen, die haben wir nämlich inzwischen. War ja auch bei Brigitte nicht anders zu erwarten.

Bis dann!